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VDI-IHK-Oberstufenpreis: 9.000 € für herausragende schulische Leistungen ausgeschüttet

Tim Saßmannshausen (Gymnasium Stift Keppel, Hilchenbach) ist der Gewinner des VDI-IHK-Oberstufenpreises 2020. Er wurde im Bernhard-Weiss-Saal der IHK Siegen für seine Facharbeit „Digitalisierung des stiftischen Waldlehrpfades mit Hilfe einer PWA“ geehrt. Mit interdisziplinärem Ansatz widmete der Schüler seine Arbeit im Fach Biologie der digitalen Erschließung des Waldlehrpfades im Wald seiner Schule: Nach einer systematischen Analyse der Möglichkeiten und Grenzen aktueller Content-Management-Systeme, Webframeworks und Programmiersprachen entwickelte Tim Saßmannshausen zur Darstellung der Stationen des Waldlehrpfades eine interaktiv und flexibel konzipierte digitale Plattform als sogenannte Progressive Web App (PWA). Damit wird es möglich, eine sonst ausschließlich online verfügbare Internetseite mit klassischen Funktionalitäten nativer Applikationen auch offline zur Verfügung zu stellen. „Seine Durchdringung der Systematik des Programmierens, seine systematische Analyse digitaler Tools hinsichtlich Funktionalität und Nutzerfreundlichkeit, seine Kenntnisse der Programmiersprachen und das erzielte Ergebnis eines vollständigen Prototyps einer PWA sind beeindruckend“, betonte Laudator und Preisstifter Dr. Ing. Petrico von Schweinichen.

Den zweiten Preis erhielt Lucas Hoß (Städtisches Gymnasium Kreuztal) für seine experimentelle Facharbeit zum Thema „Die dynamische Solarzelle – Effizienter als eine gewöhnliche statische Solarzelle?“. Der Gymnasiast entwickelte das Modell einer dynamischen, der Sonnenrotation folgenden Solarzelle und konnte im experimentellen Vergleich mit der heute vorherrschenden statischen Solarzelle nachweisen, dass die dynamische Solarzelle mehr als drei Viertel der gesamt erzeugten Stromstärke einer statischen Solarzelle zusätzlich liefert. „Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels bei stetig steigendem Energiebedarf verdient die Facharbeit von Lucas Hoß besondere Würdigung“, so Laudator Dr.-Ing. Axel Müller vom VDI.

Um maximale Energieausbeute ging es auch Sina Rettig (Bertha-von-Suttner-Gesamtschule, Siegen) in ihrer Facharbeit, die mit dem dritten Preis ausgezeichnet wurde. Denn die passionierte Segelfliegerin ist im wahrsten Sinne des Wortes aus Schaden klug geworden: Zweimal musste sie nach einem Streckenflug auf Acker und Wiese landen, da sie den Flugplatz nicht mehr erreichte. So untersuchte sie in ihrer Physik-Facharbeit, wie sich Kreisen in der Thermik auf Geschwindigkeit und zurückgelegte Strecke im Langstreckenfliegen auswirken. Sie verglich die klassische Sollfahrttheorie mit der Blockspeedtheorie. Mit dem vierten Preis würdigte die Jury Jennifer Hees (Gymnasium Netphen) und ihre Arbeit „Experimentelle Untersuchungen zum Zeitgedächtnis von Bienen“. Tessa-Lotta Pohl (Städtisches Gymnasium Olpe) belegte mit ihrer Untersuchung „Der Einfluss von Smartphones auf die Schlafqualität und Lernfähigkeit von Jugendlichen“ Platz fünf.

Um jede einzelne Arbeit zu würdigen, die allesamt herausragende Leistungen darstellen, erhielten alle weiteren Teilnehmer Corona-bedingt vorab in ihren jeweiligen Schulen eine Urkunde und ein Präsent. Insgesamt hatten 18 Schülerinnen und Schüler aus dem Kammerbezirk ihre Bewerbung eingereicht.

IHK-Präsident Felix G. Hensel betonte bei der Preisverleihung an die fünf Platzierten, dass die Mitwirkung in der Jury jedes Jahr aufs Neue veranschauliche, auf welch innovative Ideen junge Menschen kommen können. Und dass den Schülerinnen und Schülern solch herausragende Leistungen trotz der schon außerordentlichen Herausforderungen des Pandemie-Jahres 2020 gelungen seien, verdiene einmal mehr besondere Anerkennung. Auch Frank Kasperkowiak, der Vorsitzende des VDI-Siegener Bezirksvereins, unterstrich, dass alle Schülerinnen und Schüler einen besonders stark ausgeprägten Forschergeist aufwiesen: „Sie haben kreativ, originell, pragmatisch und akribisch gearbeitet. Das macht Wissenschaft aus!“ Es gehe darum, Erkenntnisse zu generieren, die eine nachhaltige Wirkung entfalten. IHK-Hauptgeschäftsführer Klaus Gräbener ermutigte die Schülerinnen und Schüler dazu, ihr Ausnahmetalent weiter zu nutzen: „Die Region kann stolz darauf sein, derartig versierte Menschen auf ihrem Weg ins Berufsleben begleiten zu können. Besonders begabte Nachwuchskräfte wie Sie wünschen wir uns alle in unseren heimischen Unternehmen.“ Auch Laudator Rainer Dango, Geschäftsführer der Dango & Dienenthal GmbH & Co. KG, lobte die Teilnehmer für deren herausragendes wissenschaftliches Verständnis. Preisstifter Frieder Spannagel von der Gontermann-Peipers GmbH fasste seine Wertschätzung für die Arbeiten abschließend zusammen: „Der Oberstufenpreis ist ein tolles Format, das es zu unterstützen gilt. Er macht sichtbar, was man bereits in jungen Jahren erreichen kann, wenn man sich leidenschaftlich in ein Thema vertieft.“

Seit 2013 würdigt die Auszeichnung Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe, die hervorragende Facharbeiten in den Fächern Biologie, Chemie, Informatik, Mathematik, Physik, Technik oder im berufsbezogenen Lernbereich erstellt haben. Der erste Preis ist mit 3.000 € dotiert, der Zweiplatzierte erhält 2.400 €, der dritte Platz wird mit 1.500 € prämiert, für den vierten und fünften Platz gibt es 1.200 € bzw. 900 €. Das Preisgeld stellen in diesem Jahr die Klaus-und-Heidi-Vetter-Stiftung, die Gontermann-Peipers GmbH, die Walzen Irle GmbH, der Siegener Bezirksverein im Verein Deutscher Ingenieure (VDI) sowie die Industrie- und Handelskammer Siegen (IHK) bereit.

Die Fotografien stammen von Carsten Schmale, der die Aufnahmen dankenswerterweise zur Verfügung stellt.