Hier wohnte eine Familie mit ihren vier Kindern, der Vater betrieb hier seine Metzgerei. Ein Sohn der Familie, Luis Emanuel, war erst 21 Jahre alt, als er Olpe, seine Eltern und Geschwister verließ. Er erkannte schon 1936, dass ihm sein Vaterland jegliche Zukunft verwehrte: Sowohl ein Studium als auch eine Berufsausbildung waren für einen Juden unmöglich. Und so wanderte er mit seinem Vetter Hugo Stern aus Meinerzhagen nach Buenos Aires in Argentinien aus. Seine Schwester Herta, verlobt mit dem Metzger Hans Schild aus Brilon, folgte diesem 1937 nach Kapstadt in Südafrika. Die Familie Emanuel wurde komplett auseinandergerissen, sie konnten ihr Leben retten.
An ihr Schicksal erinnern nun in Olpe Stolpersteine, die am Mittwoch im Stadtgebiet verlegt wurden. An der Initiative „Jüdisches Erbe in Olpe" ist auch das SGO beteiligt, Laetitia Stahl und Luis Vitale aus dem derzeitigen Abiturjahrgang verlasen am Mittwochmorgen einige Texte, die an das Schicksal ganzer Familie erinnerten.
Fotos: K. Klein
