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Ocean Research Challenge in Italien

IB-Schülerinnen und -Schüler entwickeln Ideen für nachhaltige Fischerei

Im Rahmen unseres IB Diploma Programme besuchten unsere Full-Diploma-Schülerinnen und -Schüler das UWC Adriatic in Duino, Italien. Gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des UWC nahmen sie dort an der Ocean Research Challenge teil. Zwei Tage lang beschäftigten sich die gemischten Gruppen mit der Frage, wie Fischerei nachhaltiger gestaltet werden kann.

Den Ausgangspunkt bildeten verschiedene Probleme, die von Expertinnen und Experten aus den USA, Großbritannien und Italien vorgestellt wurden. Dabei ging es unter anderem um die Folgen des Beifangs – also darum, dass beim Fischfang unbeabsichtigt auch andere Fische und Meerestiere in den Netzen landen. Für Lisa Bonrath war gerade dieser Aspekt neu:

„Ich habe bei der Ocean Research Challenge gelernt, dass beim Fischfang oft auch andere Fische und Meerestiere unbeabsichtigt gefangen werden. Vorher wusste ich nicht, dass Beifang ein so großes Problem ist.“

Danach waren die Schülerinnen und Schüler selbst gefragt. In ihren Gruppen sollten sie eine eigene Idee entwickeln, mit der sich eines der vorgestellten Probleme angehen lässt. Die Expertinnen und Experten standen ihnen während der Arbeitsphasen zur Seite, beantworteten Fragen und gaben Rückmeldungen.

Dass der Weg zu einer guten Idee nicht immer geradlinig verläuft, erlebte die Gruppe von Simon Stahl. Mehrfach mussten Ansätze verworfen und neu gedacht werden:

„Mir bleibt besonders in Erinnerung, dass wir am Ende ein fertiges Ergebnis hatten, obwohl wir am Ende des ersten Tages schon die dritte Idee verworfen hatten, weil sie nicht umsetzbar war. Das zeigt mir, dass man niemals aufgeben sollte.“

Am Ende kamen ganz unterschiedliche Konzepte zusammen. Eine Gruppe beschäftigte sich beispielsweise mit beweglichen Seegras-Farmen, eine andere entwickelte die Idee eines akustischen Alarms an Schleppnetzen, der Schildkröten vor den herannahenden Netzen warnen und ihnen so das Ausweichen ermöglichen soll. Zum Abschluss präsentierten die Gruppen ihre Ergebnisse, die anschließend von den Fachleuten beurteilt wurden.

Damit dabei nicht immer nur die erstbeste Idee auf dem Tisch landet, gehörten auch einige ungewöhnliche Kreativübungen zum Programm. So hatten die Schülerinnen und Schüler etwa drei Minuten Zeit, möglichst viele verschiedene Verwendungsmöglichkeiten für eine Büroklammer zu finden. Was zunächst wenig mit Fischerei zu tun hat, sollte vor allem dabei helfen, ein Problem einmal aus einer anderen Richtung zu betrachten.

Ein wichtiger Teil der Reise war die Zusammenarbeit mit den Schülerinnen und Schülern des UWC. Die Gruppen arbeiteten gemeinsam auf Englisch und brachten dabei ganz unterschiedliche Erfahrungen und Sichtweisen ein. Marie Hering beschreibt gerade diesen Austausch als besonders:

„Das Besondere daran, mit Schülerinnen und Schülern aus einem anderen Land zu arbeiten, war, dass wir alle unterschiedliche Erfahrungen und Kulturen hatten, wodurch viele verschiedene Ansichten und Ideen zusammenkamen. Das machte die Arbeit und den Austausch besonders interessant.“

Der Austausch endete dabei nicht mit dem Programm der Ocean Research Challenge. Nach dem Unterricht verbrachten die Schülerinnen und Schüler auch ihre Freizeit gemeinsam, gingen beispielsweise bowlen und tauschten sich über die Unterschiede zwischen dem IB am UWC Adriatic und an unserer Schule aus.

Für Anna Bottenberg zeigte sich gerade darin, dass das IB weit über den Unterricht hinausgehen kann:

„Die Reise nach Duino hat mir gezeigt, dass das IB auch außerhalb des Unterrichts dazu beiträgt, verschiedene Nationen, Kulturen und Sichtweisen auf die Welt zu vereinen. Dabei konnte ich Freunde verschiedenster Nationalitäten finden, mit denen ich auch nach der Reise in Kontakt bleibe.“

Nach zwei intensiven Tagen endete die Ocean Research Challenge mit der Präsentation der entwickelten Konzepte. Neben den fachlichen Inhalten zur nachhaltigen Fischerei nehmen unsere Schülerinnen und Schüler damit vor allem die Erfahrungen aus der Zusammenarbeit und die neuen Kontakte aus Duino mit nach Hause.

(Text und Fotos: K. Paul-Meier und N. Vieregge)