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Wenn plötzlich ein Stuhl leer bleibt

Religions- und Kunstkurse gestalten Trauer- und Erinnerungskonzept

Manchmal verändert ein einziger leerer Stuhl alles. Wenn eine Schülerin oder ein Schüler verstirbt, wird der Schulalltag von einem Moment auf den anderen unterbrochen. Statt Mathe oder Geschichte steht plötzlich die Überbringung einer Todesnachricht im Mittelpunkt – eine Situation, die viel Sensibilität und Fingerspitzengefühl erfordert.

Auf genau diesen seltenen, aber besonders schwierigen Moment hat sich das Krisenteam des Städtischen Gymnasiums Olpe um Schulsozialarbeiter Frank Böhm vorbereitet. Gemeinsam mit dem evangelischen Religionskurs des 9. Jahrgangs unter der Leitung von Henrike Neumann entstanden zwei Trauer- und Erinnerungskisten.

Eine der Kisten wird im Klassenraum eingesetzt und enthält Materialien, die Lehrkräfte bei der Begleitung einer betroffenen Klasse unterstützen. Die zweite Kiste steht am Kondolenztisch bereit: Dort können Schülerinnen und Schüler in einem Kondolenzbuch ihre Gedanken, Hoffnungen und Abschiedswünsche festhalten.

Während der Religionskurs die Inhalte und Gestaltungsideen entwickelte, übernahmen Schülerinnen der Kunstkurse von Petra Westermann-Felbecker die kreative Ausgestaltung der Kisten.

Doch das Projekt endet nicht mit dem ersten Abschied. Gemeinsam mit Frank Böhm sowie dem evangelischen Religionskurs des vergangenen 9. Jahrgangs und mehreren Kunstkursen entstand außerdem eine Gedenkwand für verstorbene Mitglieder der Schulgemeinde – ein Ort des Erinnerns, der schon lange ein Herzenswunsch des Schulsozialarbeiters war. Wie bedeutsam dieser Platz ist, zeigte sich leider bereits kurze Zeit nach seiner Fertigstellung: Der erste Gedenkstern musste aufgehängt werden.

So ist aus einem Unterrichtsprojekt ein bleibendes Zeichen der Anteilnahme entstanden – und ein Ort, der zeigt, dass Erinnern in einer Schulgemeinschaft seinen festen Platz hat.